Machst mein Leben zum Kartenhaus, und ziehst die unterste Karte raus

Silbermond – Kartenhaus.

Eigentlich ist das Lied nicht passend für mein Leben, es würde mir so absolut gegen den Strich gehen, ein Leben auf nur einem einzigen Menschen aufzubauen. Aber, wie man sieht, ein gut gebautes Kartenhaus kann auch ohne ein paar Karten stehen, es steht eben nur sehr viel weniger Stabil und jede neue Karte, die dazu kommt, kann es entweder stabilisieren, oder endgültig umwerfen.

Das Lied geht mir die ganze Zeit über durch den Kopf. Ich hab es früher schon gerne gehört und gesungen, weil ich es einfach ein schönes Lied finde. Es passt nicht wirklich zu mir. Und trotzdem. Jetzt gerade berührt es mich, nimmt mich mit und irgendwie kann ich mich doch damit identifizieren. Instabil. Das ist es, wie ich mich fühle. Genau das.

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Der richtige Zeitpunkt

Manchmal muss man die Tiefen im Leben dazu nutzen, sich etwas zu gönnen, was man vorher nie getan hat. Mal wieder nur für sich selbst da sein und sich selbst etwas Gutes tun. Ich habe diesbezüglich zwei Ziele:

a) ein paar Kilos abnehmen und meine Kondition wieder aufbauen =) Die letzte Zeit bin ich doch etwas zum Couchpotato geworden, zumindest was Sport und Kondition angeht. Und ich habe etwas maßlos gegessen. Wirklich unwohl fühlen tu ich mich zwar nicht, aber ich merke beim Tanzen einfach, dass mir die Power, die Ausdauer und damit dann auch die Präzision fehlen. Also: noch knapp 2 Monate bis zur Prüfung, die werden genutzt.

b) Ich werde mir eine digitale Spiegelreflexkamera zulegen. Endlich. Seit etwa 4 Jahren wünsche ich mir eine, aber der Wunsch blieb immer in meinem Kopf. Es war etwas, was ich wirklich gerne haben wollte, aber gekauft habe ich immer simple Kompaktkameras und stattdessen lieber teure Handys und neue Laptops… Nachdem ich gestern bei einem Teamausflug aber wieder festgestellt habe, wie unheimlich gerne ich fotografiere und dass meine Bilder auch wirklich nicht schlecht sind, habe ich die DSLR von meinem Chef garnicht mehr hergeben wollen. Damit war es also beschlossene Sache, so ein Ding muss jetzt auch für Frederike her. Und zwar eine ordentliche, aber erstmal nicht all zu teure, ich bin ja schließlich eine arme Studentin. Momentan denke ich, es wird eine Pentax k-x werden, eine Einsteigerkamera, so wird sie zumindest beschrieben, die aber finde ich auch gute Features für individuelleres Fotografieren hat. Überzeugt haben mich der große ISO-Bereich (100 bis 12800), der bis 3600 auch kaum Rauschen aufweisen soll, die HD-Video Funktion, die ich echt gut finde, 12 MP, 4,6 Bilder pro Sekunde, HDR Aufnahmemöglichkeit und 450 € im Kit. Und viel viel viel Personalisierungsmöglichkeiten und manuelle Einstellungen. 11 Autofokuspunkte. Einzeln anwählbar. Ich glaube, ich habe mich entschieden. Aber ich such noch mal ein bisschen weiter, denn es ist eine tolle Ablenkung gerade und ich hab keine Lust, Geld auszugeben um dann doch nicht zu hundert Prozent zufrieden zu sein!

Ansonsten… tja, ich lebe. Und Gespräche befreien manchmal. Oder werfen neue Probleme und Ängste auf. Das weiß ich noch nicht so genau. Warten… Ich mag es nicht, aber ich habe wohl keine Wahl. Und vielleicht ist das auch ganz gut so, für den Augenblick.

Engel

Eine Geschichte, die ich fast vergessen hätte, aber die ich unbedingt erzählen muss. Glaubt ihr an Engel?
Ich manchmal schon. Am Dienstag habe ich es. Dienstag, als ich eigentlich dachte, mir kann gerade nichts helfen, nichts als der eine Mensch, der es nicht wird, als ich alleine im Park saß, er gerade gegangen war und ich verzweifelt auf meine Freundinnen wartete. Ich gucke kurz hoch, um frische Luft einzuatmen und mich vielleicht zu beruhigen, zumindest ganz kurz, da sehe ich jemanden an mir vorbeilaufen. Blonde Haare, die ich sofort erkenne. Hilfe, denke ich, rufe innerlich einen Namen. Und aufeinmal bleibt derjenige stehen, dreht sich um und sieht mich, kommt zu mir, kniet sich hin, legt eine Hand auf meine Schulter und ist einfach da. Bietet einen Arm zum anlehnen, bietet Augen, die einen zurück auf die Erde holen und einem sagen, dass es nur ein Moment ist und er vorbei geht, bietet das Gefühl, nicht alleine zu sein.
Und dann kommen meine Freundinnen und er umarmt mich kurz und ist wieder weg.
Als wäre er nur für diesen einen Moment da gewesen, damit ich nicht alleine bin. In dem Moment habe ich an Engel geglaubt.

Mädchenwochenende =)

Gestern, geiles Wetter, was tut man? ab ins Schwimmbad. Projekt: Entspannung und ein bisschen sommerlichere Farbe als Frischkäseschnittchen-weiß. Und natürlich Frauengespräche. Und Yazzee, was sonst (auch wenns auf ner Wiese zugegebenermaßen nicht die praktischste Spielvariante ist). Und, ganz wichtig Schaukeln. Erwachsene wissen garnicht, was sie verpassen. Schaukeln ist das schönste Freiheitsgefühl, dass man bekommen kann, ohne Geld bezahlen zu müssen!

Heute: Shopping. Schuhkauf (= erbarmungsloser Kampf um das letzte paar Ballerinas in Größe 40, 5 Vollweiber stehen schreiend und zeternd mitten im Laden und erheben Anspruch, Frederike findet das vorletzte Paar im Regal daneben und ist überglücklich), Briefumschläge (ganz wichtig!), Nagellack und anderen unverzichtbaren „Restmüll“, ein kurzer aber kaufloser Besuch bei Thalia (unverzichtbar für alle Bücherwürmer) und das wars schon. Ihr werdets nicht glauben, ich gehe nicht gerne shoppen. Aber wat mot, dat mot.
Daaaaann: Projekt back to blonde. Nach einem halben Jahr farbloses aschgrau mit ausgewachsenen, verwaschenen und verblassten Blondsträhnchen war eine Farbauffrischung dringend nötig. Jetzt bekenne ich wieder Farbe und sehe gleich aus, als hätte der Tag im Schwimmbad geringe Erfolge an Grundbräunung erzielt.
Und morgen? morgen wird gemalt, gepinselt, getupft, geschwammt und gestrichen =)
gespannt, wies danach aussiet =)

Freunde

Ich habe soeben den schönsten, liebsten und berührendsten „Liebesbrief“ meines Lebens bekommen.

Von meinem Bruder.

Aber in dem Moment, als ich ihn gelesen habe, habe ich mir gewünscht, er sei von jemand anderem. Von jemandem, von dem ich mir nichts sehnlicher wünsche, als dass er mir wieder zeigt, wie wichtig ich für ihn bin, mich in den Arm nimmt, für mich da ist, wenn ich ihn brauche. Ich hatte eben eine der schönsten Geburtstagsfeiern meines Lebens. Sie war wirklich toll und es waren so viele supertolle Menschen da, aber der Mensch mit dem ich mein Glück am Liebsten geteilt hätte, war natürlich nicht da, ohne Entschuldigung, ohne irgendwas. Wundervoll. Ich hatte mir morgens schon vorgenommen, mir nicht (mal wieder) einen Geburtstag verderben zu lassen und habe die Feier genossen, hatte Riesenspaß und hatte gute Laune. Aber eigentlich kam die gute Laune aus a) Ablenkung und b) der Hoffnung, dass er schon irgendwann auftauchen wird. Dass er irgendwann vorbeikommt, sei es noch so spät, und zumindest das letzte bisschen Feier miterlebt. Vielleicht auch einfach mal meine besten Freunde kennenlernt. Aber scheinbar ist das Interesse nicht da. Scheinbar ist alles, inklusive mir, so egal, dass man sich nichtmal melden muss, wenn man nicht kommt. Ich hab mir die Feier nicht verderben lassen, aber das heißt nicht, dass ich jetzt, nach dem wundervollsten Brief und nachdem die liebsten Freunde für mich da waren, mit hängendem Kopf auf meinem BEtt sitze und mich weg wünsche. Einfach weg. Es gibt Menschen, die einfach für mich da sind, die über mich lachen können, die mir zuhören können, die mit mir zusammen Spaß haben, die mich vielleicht in irgendeiner Art und Weise brauchen oder zumindest bei sich haben wollen. Es gibt Menschen, die mir liebe Briefe schreiben, weil sie zur Feier nicht kommen konnten, die mir in dem Brief erklären, wie gerne sie im Nachhinein bei anderen Sachen dabei gewesen wären, wo sie damals keine Lust hatten.
Und es gibt Menschen, die heute keine Lust haben.
kein Interesse.
Nichts.
Zumindest, wenn ihnen nicht gerade danach ist.

I dare you

There once was a fetching, lissome, halcyon girl who met a comely, becoming
young man. In the ebullience of this serendipity an efflorescent dalliance
starts. But the demure Ingénue is ineffable irritated by his insouciance,
mistaking it for lassitude. His elision in the most dulcet sentence was like
forbearance to her. Yet she had a lagniappe, the lithe and lissome gril would
lilt to mellifluous sounds and so found her sempiternal love in dance. And
she found out about the felicity of a halcyon dalliance, when the ombroglio
was cleared.
This came to her as an Epiphany and I am evocative that you are not capable of
a denouement of those lines.

Danke

Es ist ein wundervolles Gefühl, wenn einem auf einmal ein Mensch einfällt, den man vermisst, der einem irgendwie etwas bedeutet hat und mit dem man sich zu gerne wieder mal unterhalten würde. Nicht, weil es schön ist, Menschen zu vermissen, sondern weil es einem zeigt, wie schön es ist, Menschen um sich zu haben, mit denen man sich unterhalten kann, die einen verstehen und die einem zeigen, dass man nicht alleine ist. Weil einem das Vermissen dieses einen Menschen zeigt, dass man die Anwesenheit der anderen im Hier und Jetzt genießen sollte.
Es lässt mich lächelnd da sitzen, in Gedanken an ein „damals“ versunken. Ja, ich gebe zu, ich bin ein sehr nostalgischer Mensch. Ich bin der erste, der dir sagen wird, dass das Hier und Jetzt am meisten zählt, das weder Vergangenheit noch Zukunft dein Leben all zu sehr bestimmen sollten, sondern dass du den Moment genießen musst, um glücklich zu sein. Aber selbst muss ich zugeben, dass ich sehr viel aus der Vergangenheit ziehe. Nicht immer positives, aber meine Erfahrungen und Erinnerungen geben mir manchmal Halt (und halten mich manchmal zurück, zugegebenermaßen), lassen mich lächeln und zeigen mir, wie schön das Leben sein kann. Ich bin quasi Erinnerungsfanatiker, süchtig nach Erinnerungsstücken, besonders nach jenen Kleinigkeiten, die erst viel später Bedeutung erhalten. Gesprächsfetzen, kleine Bilder, ein Lächeln, eine warme Tasse Schokolade….
Es gibt einem ein warmes Gefühl. Und so Danke ich jetzt allen Erinnerungen oder den Menschen, die diesen Erinnerungen die Bedeutung geben.
1.) Danke für etliche zerstrittene Tanzstunden, für eine fleckige Zimmerwand, für die Angst vorm Vollmond, für etliche doppeldeutige Insiderwitze, für ein tolles erstes Date, ein schmunzeln bei jedem Gonzenheimer Sternenhimmel, für unendliche warme Umarmungen, tolle Filmabende und den besten Eisbären der Welt!
2.) Danke für viele Mc Donalds Besuche, für viele unkontrollierte Lachanfälle, für ein super Laternenbild, für eine super Wortschöpfung, für die Schildlröte.
3.) danke für viele Froschküsse, für ein „Führerschein?“, für tolle Abende in deinem Keller, für eine Mofafahrt und ein super Frühstück!
4.) Danke für ein Küchengespräch, für die erste Hochzeit meines Lebens, für Lebenserfahrung, für Unterstützung, danke für eine ätzende 4-Stunden Autofahrt nach Köln.
5.) Danke für musikalische Begleitung, für unendlich viele „weißt du, Maus…“, für das Gefühl, wichtig zu sein, für eine tolle Familie, für so unheimlich viele Versuche, für 10 Monate, für die Akzeptanz.
6.) Danke für die süße Maus, einen Tag in Straßburg, viele Autofahrten, eine Hand auf meiner, die braune Haut, die Freiheit, das Selbstbewusstsein.
7.a) Danke für ein ernst gemeintes, freundschaftliches „ich liebe dich“, für dein Vertrauen, für die Chance, für den kleinen Schubs, für das Vanilleparfum, das mich heute noch zurückversetzt, für viel Lachen, für mein heutiges Können!
7.b) Danke für ein „tu m’aimes. Je t’aime aussi, tu sais?“, ein „tu vas me manquer“, ein „quand tu ris tout es bien et j’oublie tous mes soucis“, für einen wundervollen Urlaub, für rosa, für die Angst, tauchen zu gehen, für ein Lied, für viel lachen, für 14 Punkte im Abi, für einen Strafenden Blick.
8.) danke für das Aufnehmen, für das schockierte: „bist du alleine?“, für die Flummi-Gestik, für tolle Dienstag abende, für einen traumhaften Langsamen Walzer, für ein glänzen in den Augen bei einem rosanen Kleid, für ein komisches Grunzen bei der Rumba, für leckeres essen jeden Sonntag, für viele kleine indirekte Komplimente, für jedes Trösten, für die Keksgeschichte gegen Bauchweh, fürs betrunken heimfahren, für neuen Mut, für viele viele Chancen, für neue Freunde, für eine Trainingseinheit auf dem Parkplatz, für tiefgehende charts-diskussionen.
9.) Danke für das Gefühl, wichtig zu sein, für das Ski-den-Berg-rauftragen, für die SMS und Anrufe, für das verschmitzte grinsen unter der Bettdecke hervor, für ein „jetzt ist aber gut“, wenn ich mal wieder durchdrehe, für eine Hand, die nach meiner greift, für goldig, für das warme Gefühl bei jedem Gedanken, für das nicht-aufstehen-lassen im Halbschlaf, für ein zweites zu Hause, für die komischen Geräusche und das übermütige Kuscheln, das mich immer an einen jungen Hund erinnert, das „Yes, Hauptgewinn“, danke, dass du mir mein liebstes Hobby lässt, für erschlagende Ehrlichkeit, für das Gefühl, immer kämpfen zu müssen und sich nicht ausruhen zu können, für den Weg zurück zu mir selbst, für viele, viele Filme!

(Die Reihenfolge ist die Reihenfolge, in der ich die Menschen kennengelernt habe, bevor Missverständnisse aufkommen.)