Vorurteile über Bengalen.

Liebe Interessierten,

ich lese immer wieder und überall Vorurteile über Bengalen. Kurz zur Klärung: Der Begriff Bengale oder Bengalkatze bezeichnet heutzutage ausschließlich die Rassekatze, nicht den Leoparden aus dem sie entstanden ist. Hier entstehen glaube ich einige Missverständnisse die den noch unwissenden Interessenten abschrecken. Bei der Bengalkatze handelt es sich um eine (mehr oder eher minder) gewöhnliche Rassekatze wie die Siam, Maine Coon, Abessinier, Britisch Kurzhaar und unzählige andere Rassen. Die Leopardenart die die Grundlage für die heutige Bengalkatze gelegt hat wird heute als „ALC“ (Asian Leopard Cat) bezeichnet.

Die Hybridisierung, also die Verpaarung des Leoparden mit der Katze, ist der fragwürdige Teil in der Rasseentstehung. Dieser Schritt ist sehr umstritten und von einigen radikalen Tierschützern zur absoluten Tierquälerei verdammt. Ich möchte zu diesem Thema nicht viel sagen, denn dieser Schritt liegt bei der Bengalkatze mindestens 30 Jahre zurück und ist für den Erhalt der Rasse heute nicht mehr notwendig.
Die ersten drei Generationen nach der Einkreuzung des Leoparden fallen noch unter das Gesetz der Wildtierhaltung. Die Tiere aus diesen sogenannten „Foundation“-Generationen F1-F3 sind in ihrem Verhalten nicht mit Hauskatzen zu vergleichen und noch sehr nah an der Wildkatze. Ich habe eine solche Katze nie kennenlernen dürfen, aber ich denke dass viele der Vorurteile aus der Beobachtung von diesen Generationen stammen. Ab der 4. Generation sind die Kätzchen aber ebenso verspielt, wild, scheu, zutraulich und Haustiertauglich wie jede andere Katze auch – die einen so, die anderen so.

Alles was ich nachfolgend schreibe ist keine Wissenschaft. Ich habe keine Verhaltensstudien betrieben und noch nicht genügend Bengalen kennengelernt um eine repräsentative Aussage für die gesamte Rasse zu machen. Es sind meine Erfahrungen mit meinen beiden wundervollen Katzen, die Erfahrungen die ich von Züchtern und anderen Katzenhaltern mitbekommen habe und ganz besonders ist es eine Gegendarstellung zu allen Vorurteilen die ich gelesen habe, bevor ich mich zu meinen Katzenbabys entschieden habe.

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Aragorn ist mittlerweile schon eine gefühlte Ewigkeit bei uns. Er und Bagheera haben sich mittlerweile gut angefreundet. Ich bin froh, dass wir die Zusammenführung so vorsichtig gemacht haben, ich habe am Anfang doch einige Sorgen gehabt. Ob sie sich nicht weh tun aber vorallem wie das Verhältnis auf lange Sicht hin sein wird. Passen sie denn wirklich gut zusammen? Werden sie auch mal gemeinsam kuschelnd in der Ecke liegen oder bleiben es zwei gemeinsam lebende Einzelkatzen? Was man als Mensch eben so denkt. Im Nachhinein war alles aber unbegründet, nach nur etwas mehr als einer Woche sind die beiden schon ganz schön dicke. Wo der eine ist kommt der andere auch bald hin, sie sind selten in unterschiedlichen Räumen.

Jetzt gerade liegen sie kuschelnd neben meinem Schreibtischstuhl – auf einem benutzten Handtuch! :D Na wenns gefällt.

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Aragorn hat uns letzte Woche einen gehörigen Schrecken eingejagt. Am Dienstag fing er an sich zu übergeben, abends als ich heim gekommen bin. Es war nur sehr wenig, daher habe ich erstmal nicht viel dabei gedacht, es war auch sichtlich Katzengras mit drin, darauf habe ich es dann geschoben. Als es Mittwoch abend und Donnerstag abend genau so lief wurde es mir dann etwas unheimlich. Jeden Tag hat er sich genau einmal übergeben, immer abends wenn jemand heim kam. Für mich war also der naheliegendste Gedanke dass es etwas psychisches ist. Freitag morgen waren wir dann beim Tierarzt, mit Bagheera mussten wir sowieso zur „willkommensuntersuchung“ hin. Diese meinte dann zu Aragorn, wir sollen ihm einfach mal eine Wurmkur geben.

ICh sage euch: Das ist ein Kampf gewesen. Mein Freund und ich hatten blutige Hände und waren Schweißgebadet und die Tablette lag immer noch auf der Couch. Dann hatten wir die schlaue Idee sie in etwas Essbarem zu verstecken. Aber unsere Katzen sind definitiv zu schlau für uns. Alles war weggeschlabbert, bis auf die Tablette. Dann haben wir sie gemörsert und unters Futter gemischt. prompt wurde nichts mehr gegessen.

Als Aragorn Freitag abend dann auch noch ganz seltsamen schleimigen Durchfall hatte (Es sah mehr aus wie Erbrochenes aber ich stand daneben) haben wir uns richtig Sorgen gemacht. Also Samstag zu einem anderen Tierarzt, der samstags Sprechstunden anbietet und der uns von unserer Züchterin empfohlen worden war. Diagnose: Magen Darm Grippe. Gott sei dank, ich habe eine absolute Panik vor Darmverschluss oderähnlichem. Magen Darm Grippe klingt dann doch recht normal.

Mittlerweile geht es ihm auch schon viel besser und er tobt hier wieder durch die Wohnung. Zwei mal hat er auch normalen Stuhlgang gehabt. Ich saß vorm Katzenklo wie ein Kind das Geburtstagsgeschenke auspackt, unfassbar, oder? Man wird schon seltsam wenn man sich Sorgen macht. XD