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Before I go to sleep – SJ Watson

Book coverMemories define us.

So what if you lost yours every time you went to sleep?

Your name, your identity, your past,
even the people you love –
all forgotten overnight.

And the one person you trust may only be telling you half the story.

Welcome to Christine’s life.

Vor ein paar Monaten stand ich schon einmal mit diesem Buch in der Hand im Laden. Damals war es allerdings die holländische Version, gebunden und schweine teuer, weswegen ich es dann habe liegen lassen. Als ich dann letzte Woche Mittwoch kurz in einem Buchladen war und eben dieses Buch mit meiner Tasche von einem Stapel gerissen habe, habe ich beschlossen, es doch mit zu nehmen (diesmal auf Englisch)

Und es hat sich gelohnt, Freitag nacht um 4 war es gelesen.

Es handelt sich um das erste Buch des Autors (deutscher Titel: ich.darf.nicht.schlafen) und geht um eine Frau, Christine, die morgens aufwacht und nicht weiß, wo sie ist. Sie geht davon aus, dass sie nach einer heftigen Uni Party einen one night stand hatte und überlegt, wie sie unauffällig aus der Situation flüchten kann, neben einem verheirateten Mann in seinem Bett zu liegen. Doch der Blick in den Badezimmerspiegel ist ein Schock, Christine ist nicht mehr im Studentenalter, sondern alt genug um selbst die Mutter eines Studenten zu sein. Als sie auf den Bildern neben dem Spiegel den Mann sieht, neben dem sie aufgewacht ist, gemeinsam mit sich selbst in verschiedensten Altersstufen, gerät sie in Panik. Ben, wie sie einem Post-it neben seinem Bild entnimmt, erklärt ihr, dass er ihr Ehemann ist und dass sie vor über 20 Jahren einen Unfall hatte, nach dem sie unter Amnesie leidet. Sie kann neue Erinnerungen nicht über den Tiefschlaf hinweg speichern und auch die Jahre vor dem Unfall sind komplett verloren. Aber er versicher ihr, dass er sich um sie kümmert weil sie sich über alles lieben.  Aber wie kann sie einen Mann vertrauen und lieben, den sie eben erst kennen gelernt hat?

Wenn Ben arbeitet besucht Christine heimlich einen Arzt, der glaubt, ihr helfen zu können. Er empfiehlt ihr, ein Tagebuch zu schreiben, weil er hofft, ihr Gehirn trainieren zu können. Christine beginnt jeden Abend akribisch aufzuschreiben, was sie an diesem Tag erlebt hat und welche Erinnerungen an ihre Kindheit oder Jugend sie hatte. Sie hofft, sich selbst aber auch Ben so nach und nach besser kennen zu lernen und ihnen das gemeinsame Leben so leichter zu machen. Ihnen vielleicht sogar etwas von der früheren Liebe wieder zu geben. Aber mit der Zeit erfährt sie immer mehr über die Wahrheit des angeblichen Autounfalls und über ihre Vergangenheit, die Ben ihr nur an den Tagen erzählt, an denen sie Erinnerungen hatte. Lügt Ben Tag für Tag, um sie zu beschützen, oder erträgt er es einfach nicht, sie jeden Tag aufs neue Aufklären zu müssen? Oder gibt es vielleicht noch einen ganz anderen Grund.

Ich habe das Buch in einem Atemzug durchgelesen. Es ist eingeteilt in zwei Teile. Es beginnt und Endet mit einem Tag an dem sie aufwacht, nichts weiß und sich mit ihrem Arzt trifft, der ihr ihr Tagebuch zurück gibt und abends mit Ben an die Küste fährt. Dazwischen liegt das Tagebuch, mit allen Details der vergangenen Wochen an die sich Christine nicht erinnern kann.

Es ist ein sehr spannendes Buch, mit einigen Wendungen, die aber in keinster Weise unnatürlich oder erzwungen scheinen. Obwohl ich einiges über das Buch gelesen hatte und auf ein irgendwie unerwartetes Ende gewartet habe habe ich es das gesamte Buch über nicht geschafft, die Schlusswendung in ihrer Gesamtheit zu erraten. Und glaubt mir, ich bin wirklich gut darin, mir Bücher auf diese Weise zu verderben.
Jeder, der den Film Memento gesehen hat und mochte, der sollte sich auch dieses Buch zu Herzen nehmen. Ich kann es nur empfehlen. ****